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Deutsche U13 Meisterschaft (Teil 2 / Die Meisterschaft)

Hier dann der zweite Teil des Textes mit dem eigentlichen Thema, der U13 Meisterschaft.

Wer die Ausschweifungen noch nicht gelesen hat: Hier geht es zum Teil 1.


 

Man muss sich sicher vor Augen führen, dass man Rollhockey spielt und kein Fußballprofi ist, aber dennoch gibt es Menschen (allem voran der Hockey-Nachwuchs), der zu einem Bundesligaspieler aufblickt, auch wenn das schwer zu begreifen ist, weil man ja selber noch Nachwuchs ist, gefühlt. (Theoretisch?)

Zählt zu den krassesten Sachen, die ich in letzter Zeit lernen musste.

Klar, wenn ich es von außen betrachte, ist es nur logisch. Damals, als ich noch U9, U11, U13… (Damals noch D, C, B, A…- Jugend) gespielt habe, waren die ganzen Bundesligaspieler für mich auch die größten Vorbilder.

Jetzt, da ich Bundesliga spiele, ist es ja nur logisch, dass man dies nun auf mich projiziert.

Aber auf mich? Wer bin ich denn?

Trotzdem musste ich erfahren, dass es eben doch fast nichts cooleres für die kleinen gibt, als ein High-Five von uns Bundesligaspielern zu kriegen, oder gegen uns eine Runde Fußball nach unserem Spiel zu spielen.

Wir hatten mal einen Plan in der Mannschaft der vorsah, dass bei jedem Turnier der Jugend mindestens einer aus der Bundesligamannschaft auftaucht. Klar, dass ich für die Spieltage in Walsum zuständig war…

War auch irgendwie cool, Sonntags in RSC Jacke in seine alte Halle zu maschieren 😉

Und soll ich euch mal was sagen?

Zu dieser Zeit war es in der Alfred-Henckels-Halle so laut, wie schon lang nicht mehr. Die Kurzen haben sich den Arsch abgefreut, uns bei ihrem Spieltag zu sehen, dass sie wohl Zuhause so lange genervt haben, bis es nächsten Samstag dann hieß: Familienausflug zum RSC.

Noch ein High-Five vorm Spiel an der Bande und lautstarke Unterstützung während des Spiels war garantiert!

Nur irgendwie ist dies leider eingeschlafen. Das Engagement, zu Spielen der Kleinen zu gehen.- das hört man auch in der Halle.

Schade eigentlich und darum hab ich für mich auch entschieden, das mal wieder zu ändern und auf Spieltage der kleinen zu gehen.

Also bin ich zur U13 Meisterschaft nach Iserlohn gefahren, um mir anzusehen, was die Jugend so drauf hat. Sicher war nicht unvorbelastet, da ich mal einen Sonntag vor der Meisterschaft bei ihnen das Training mit geleitet habe. Also „geleitet habe“ heißt in diesem Zusammenhang, ich habe Direktabnahme mit einigen geübt und bin ein wenig zwischen den Übungen her gelaufen und hab versucht Tipps zu geben.

Ich musste feststellen, dass dies sehr schwer ist. Erklär mal jemandem eine Sache, die du unbewusst machst.

Trotzdem kann man sich nicht vorstellen, wie viel Spaß dieser Tag gemacht hat und wie schnell diese vier Stunden um waren.

Ich ging also mit dem Gefühl nach Iserlohn, dass ich jede erfolgreiche Direktabnahme zu verschulden habe.

Kein logischer Gedanke, aber irgendwie war ich dadurch mehr drin. Ich kannte die Kinder und hatte Anteil an ihrem Spiel.

Klar hatte ich das nicht, denn ich war nicht mal 1% von den Trainingseinheiten anwesend und diesen Einfluss hatte jemand anders, aber trotzdem!

Irgendwie war ich drin.

Ich hab bei jedem Spiel mitgefiebert. Ich war krass nervös. Ich war sogar aufgeregter, als vor meinen Spielen. Vielleicht war es sogar anstrengender.

Endlich verstehe ich meine Mama, wenn sie sagt: Deine Spiele sind anstrengend für mich.

Konnte ich damals nicht nachvollziehen. Jetzt, wo ich das Erlebnis auch gemacht habe, versteh ich alles.

Ich bin samstags, nach dem ersten Tag der Meisterschaft mega kaputt ins Bett gefallen, weil es wirklich anstrengend war.

Zugucken – mitzufiebern – anzufeuern und (am Wichtigsten vielleicht) nichts, nichts! machen zu können, außer Daumen drücken und lauter klatschen.

Mitfiebern. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich drin war.

Auch weil es wirklich Spaß gemacht hat, denen zu zugucken. Ich muss nochmal sagen, ich hatte keinen Anteil an dem, wie sie gespielt haben, doch trotzdem fühlte es sich so an und wegen dieses vier Stunden in denen ich mit der U13 auf der Fläche war und Aufgaben zugeteilt bekommen habe, haben dafür gesorgt, dass mich ihr Erfolg auch stolz macht.

Denn ich muss sagen, die junge und Mädels haben extrem gut gespielt.

Würden wir in der ersten Mannschaft unsere Spielzüge so gut durchziehen, wie die Ulligen… Dann wäre vieles einfacher.

Aber auch welche Moral sie als Mannschaft bewiesen haben.

Ihr müsst wissen. Die U13 hat es berechtigter Weise ins Finale gegen den Gastgeber Iserlohn geschafft.

In der letzten Minute vor dem Ende ging Iserlohn in Führung und manch anderes Team hätte sich aufgegeben. Zu Beginn sah es auch so aus, weil die Köpfe hingen, aber sie haben sich zusammengerissen. Nicht aufgegeben und wurden 20 Sekunden vor Schluss durch ein sehenswertes Tor ihres Kapitäns Tom belohnt.

Versucht zu verstehen, wie sehr ich gelitten habe. Ich hatte den Kopf beim Tor von Iserlohn tiefer, als die Mannschaft. Und dann dieser Erfolg. Unfassbar.

Es ging in die Verlängerung. Dort ist nichts passiert – Tortechnisch.

Also Penaltyschießen. Wow. Das undankbarste was man sich vorstellen kann.

Man wird sich bewusst, dass man genau eine Chance hat, alles richtig oder alles falsch zu machen.

Harte Nummer. Leider fehlten dann an dieser Stelle die Nerven und die Junglöwen haben verloren.

Ich war der traurigste Mensch in dieser Halle.

(Klar war ich das nicht, aber ich fühlte mich so)

Ich fühlte mich, als müsste ich was machen. Also ließ ich der Mannschaft nach der Siegerehrung etwas Zeit und ging dann in die Kabine, um der Mannschaft zu sagen, wie gut ich sie fand und dass ich stolz bin.

Klar. In dem Moment konnte damit keiner was anfangen, denn sie waren immer noch im „Verloren-Modus“.

Ich hoffe der ein oder andere hier ließt das und weiß mit dem Abstand den wir jetzt haben, die Worte mehr zu schätzen.

Ich kenn das ja, wenn man verloren hat, interessiert es nicht, wenn andere sagen ,dass man gut war!

Trotzdem: Ihr wart echt gut und es hat mir Spaß gemacht das zu sehen. Ich seh viel potential und wenn ich nicht mega schlecht bin in Mathematik (ich bin mega schlecht, aber vielleicht ist das ja mal ne Ausnahme) habe ich bestimmt das Vergnügen mit dem ein oder anderen dann in der ersten Mannschaft zu spielen. 😉

Bis dahin hoffe ich, dass ihr weiterhin so gute Trainer habt und wir uns dann auf der Fläche sehen;)

Sicherlich ist diese Meisterschaft jetzt schon was her und ich habe mir richtig viel Zeit gelassen, diese Zeilen hier zu tippen, aber ich wollte was besonderes machen. Wollte, dass man merkt, was für eine Erfahrung dies für mich war und als wie wichtig ich es empfinde, die Jugend zu unterstützen.

Ich kann nicht sagen, ob ich es rüber bringen konnte, aber ich wollte es versuchen.

Ich weiß es ist komisch das zu sagen, aber auch ich freue mich mega darüber, wenn ich zum Training gehe und Kids zu mir kommen und abklatschen. Weil wir uns jetzt kennen. Weil ich für sie gefiebert habe und sie das samstags für mich tun.

Es ist anders. Ich bin genau so stolz, dass die Kinder zum mir kommen, wie sie es vielleicht sind, dass sie es dürfen.

Lustig auch, wenn man dann in der U9 ein Gespräch verfolgt und es dann heißt: „Nein, du machst das falsch! Der Kay hat gesagt…

Man hat schon eine krasse, einflussreiche Position. Dieser sollte man sich bewusst sein und sie wahrnehmen.

Mir macht es Spaß und ich werde jetzt auch weiterhin mehr in diese Richtung unternehmen. Falls es wieder etwas gibt, lest ihr es bestimmt hier. Nicht, weil ich eure Schulterklopfer will, sondern weil es mir Spaß macht und ich über Sachen schreibe, die mir Spaß machen 😉

 

In diesem Sinne lesen wir uns in der Zukunft!

(Oder wer ihn noch nicht kennt: Im Teil 1 des Textes!)

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Ja Moin. Kay hier. 29 Jahre als. Ausgebildeter Grafikdesigner und B.A. in Journalism & Business Communication. Ich schreibe hier von A-Z über alles, was mir grade Spaß macht, oder in den Sinn kommt

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